Die European Games-Siegerin 2019 Bettina Plank schreibt mit Bronze Olympische Karate-Geschichte!!

„Jeder träumt davon, ich weiß, wie ich es schaffen möchte“, meinte Bettina Plank mit einer gewissen Vorahnung vor der Olympia-Premiere schrieb die Vorarlbergerin dann Geschichte, fixierte mit dem zweiten Gruppen-Platz in der der Klasse bis 55 kg die Bronze-Medaille. Im Halbfinale unterlag die Vorarlbergerin der späteren Olympiasiegerin Ivet Goranova (BUL) mit 3:4. Aber am Ende flossen die Freudentränen.Sie steckte ihren Kopf zwischen die Handschuhe, konnte es nach dem vorentscheidenden 3:1 im letzten Gruppen-Fight gegen die Ägypterin Radwa Sayed (EGY/24 Jahre) kaum glauben und meinte: „Ich weiß noch nicht, was heute passiert ist.“ Aber ihr großer Traum war in Erfüllung gegangen – ein Olympia-Medaille war fixiert! Die 29-Jährige konnte ihre einzige Chance – da Karate nicht im Olympia-Programm von 2024 in Paris aufscheint – nutzen.Aber zur Vorgeschichte: Zunächst ging es gegen die amtierende Weltmeisterin Miho Miyahara – und schon nach 34 Sekunden ging Bettina Plank mit 1:0 in Führung. Schon zu diesem Zeitpunkt wussten die Insider, dass die 29-Jährige im Nippon Budokan Großes erreichen kann. Auch, wenn sie sich in Runde eins schlussendlich aufgrund eines äußerst fragwürdigen Ippons 2:6 geschlagen geben musste.

Doch diese Niederlage schien die zweifache WM-Dritte, Ex-Europameisterin und amtierende European Games-Siegerin nur noch mehr wachzurütteln: Gegen die Kasachin Moldir Zhangbyrbay lieferte die Heeressportlerin einen ihrer besten Kämpfe:  Obwohl die Kasachin nach 40 Sekunden mit 1:0 in Führung ging, nach dem Ausgleich zum 1:1 ihre Führung 73 Sekunden vor Schluss auf 3:1 ausbaute, schlug Plank sensationell zurück: Mit einem sehenswerten Ippon 30 Sekunden vor dem Ende zum 4:3 – es war 12:48 Uhr und der erste rot-weiß-rote Olympische Karate-Erfolg in trockenen Tüchern.

Im dritten Kampf folgte ein taktisch herausragendes 0:0 gegen die Ukrainerin Anzhelika Terliuga. Sie war 2018 Europameisterin in der Klasse -55 kg und gewann letztendlich die Gruppenphase.

Zum Abschluss der Vorrunde folgte dann der bereits erwähnte, souveräne 3:1-Erfolg gegen Radwa Sayed (EGY/24 Jahre), der den Einzug ins Halbfinale bedeutete. Plank war die einzige Kämpferin aus der Klasse -50 kg in der Vorschluss-Runde und traf auf die unbesiegte Erste der Gruppe A, Ivet Goranova: Die Bulgarin dominierte dank ihrer größeren Reichweite den Kampf, ging 3:0 in Führung, doch Plank agierte in Topform, schaffte 17 Sekunden vor Schluss mit einem Uramawashi-Geri den Ausgleich zum 3:3, musste aber den Senshu-Nachteil – wer bei einem Remis den erster Treffer macht, gewinnt – aufholen und lief in einen Konter zum 3:4-Endstand.

Somit ist Bettina die erst dritte Olympiamedaillen-Gewinnerin aus Vorarlberger Sicht, nach Gold von Hubert Hammer in Rom 1960, und der Silber- und Bronzemedaille von Wolfram Waibel bei den Spielen 1996 in Atlanta!

Text: Miguel Daxner (ÖKB)

Fotos: ÖOC